Der Geburtsort der autochthonen Rebsorte, Grasa de Cotnari

Das Weingut Cotnari liegt im historischen Teil der Moldau, im Nordosten Rumäniens, an der nordeuropäischen Obergrenze der Weinbauregion. Das Weinbaugebiet Cotnari befindet sich etwa bei 45-50° nördlicher Breite. Es liegt in ausgewählter Gesellschaft, in der Nähe der Weingüter  Tokay (Ungarn), Rheingau (Deutschland) oder Champagne (Frankreich).

Ştefan cel Mare

Das Weinbaugebiet hat eine sehr lange, bis ins Neolithikum zurück reichende Tradition. In der Region von Cotnari wurden nämlich Traubenkerne und Töpferware mit Weinspuren aus der Zeit der Cucuteni-Kultur (5.500-2.700 v. Chr.) entdeckt. Die Kunst des Weinanbaus und der Weinherstellung wurde, selbstverständlich, auch unter den Geto-Dakern fortgesetzt. Berühmtheit erlangte es allerdings viel später.

Der Ortschaftsname Cotnari wurde zum ersten Mal am 5. Oktober 1448 urkundlich erwähnt. Mehr Bekanntheit erlangt der Wein jedoch während der glorreichen Herrschaft von Ştefan cel Mare (14571504). Aus dieser historisch relevanten Zeit stammt auch die berühmte traditionelle Cotnari-Mischung, bekannt, unter anderem, als  „Wein des Wojwoden“. Eine Mischung, die ausschließlich aus rumänischen Rebsorten wie Frâncuşa (20%), Feteasca Albă (30%), Grasa de Cotnari (30%) und Moldauer Busuioaca (10%) (derzeit als  Tămâioasă Românească bekannt)  gekeltert wird. Ein fast 600 Jahre altes „Rezept“, das heute noch probiert werden kann, da sämtliche Traubensorten bewahrt wurden.

Die Hochwertigkeit der Grasa de Cotnari wurde im 15. Jahrhundert einmal mehr bestätigt, als er in einer Weinkarte in Venedig, als teuerster Wein aufgeslistet wurde.

Die im Weinbaugebiet Cotnari hergestellten Weine erlebten glorreiche Tage im Laufe der Jahrhunderte. Zum Beispiel, bei einem Besuch von Petru cel Mare (dt. Peter der Große) in Iaşi, im Jahr 1711, behauptete der russische Zar ganz begeistert, er hätte niemals einen köstlicheren Wein als den von Cotnari getrunken. Einige Jahre später, 1716, würdigte der Fürst und Gelehrte Dimitrie Cantemir den in dieser Weinregion hergestellten Wein als bester Wein in der ganzen Moldau.

Eine in Paris 1875 erstellte Urkunde erachtete den im Weinbaugebiet Cotnari erzeugten Wein als gleichwertig zum Tokay und sogar besser als die im deutschen Rheingebiet hergestellten Weine.

1889 und 1990 bewähren sich die in der Weinregion Cotnari hergestellten Weine zum ersten Mal innerhalb der internationalen Elite der Weinproduktion. Sie erhalten auf der Internationalen Messe in Paris den Grand Prix-Titel.

Eine reiche Geschichte, die sich ständig weiter entwickelt hat. Hätte die Weinregion DOC Cotnari nicht so günstige Klima- und Bodenbedingungen geliefert, so wäre ihr Verlauf nicht so spektakulär gewesen. Kurzum, das Terroir in Cotnari sticht durch folgende Merkmale heraus:

    • Schwarzerde, Mergel-, Sand-, Lehm- und Sandsteinböden;
    • Hohes Relief, mit einer Höhenlage zwischen 231 und 395 m erreicht;
    • Gemäßigtes Kontinentalklima mit Einwirkung kalter Luftzüge aus dem Osten;
    • Gute Niederschlagsmenge;
    • Südliche Lage der auf Hochebenen, an Abhängen, auf Terassen und in Tälern angebauten Weinreben;

Nach der kommunistischen Epoche und der unsicheren Zeit der 90er Jahre, erlangten die in der Weinregion Cotnari hergestellten Weine das Vertrauen und den Respket des gebildeten rumänischen Weinverbrauchers allmählich zurück. Das im Jahr 2007 vom Unternehmen Casa de Vinuri Cotnari eingeleitete Unterfangen war, unterm Strich, ein Wendepunkt für die Weinindustrie in Rumänien, insbesondere weil es großen Wert auf die ausschließliche Bearbeitung einheimischer Rebsorten legte. Traubensorten wie Grasa de Cotnari, Tămâioasa Românească, Fetească Albă, Busuioaca de Bohotin und Feteasca Neagră stellen die Legende der Cotnari DOC wieder. Sie liefern derzeit Weine, die eine enge Verknüpfung zur Gegenwart aufweisen.

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