Fetească Regală

Fetească Regală (königliche Mädchentraube) ist die am häufigsten angebaute Sorte der Familie Fetească, eine Ausgangssorte für frische, aromatische Weißweine aus Rumänien.

ANDERE BEZEICHNUNGEN

Dănășană oder Dăneșană (Region Siebenbürgen, Rumänien), Dunesdorfer Königsast (Region Siebenbürgen, Rumänien), Galbenă de Ardeal (Rumänien), Königliche Mädchentraube (Ungarn), Pesecka Leanka (Slowakei).

 

ÜBLICHERWEISE MIT DER FETEASCĂ REGALĂ VERWECHSELTE REBSORTEN: Kiralyleanyka (Ungarn).

HERKUNFT

Die Sorte Fetească Regală ist zum ersten Mal in Rumänien in den 1920er Jahren im Ort Daneş, in der Nähe von Sighişoara (dt.: Schässburg), in der Region Siebenbürgen entdeckt worden – daher auch die Bezeichnung Dăneşană. Ursprünglich wurde die Sorte vom Obstbauer Gaspari aus der Stadt Mediaş angebaut, der die Rebpflanze unter dem deutschen Namen Dunesdorfer Königsast (Dejeu 2004) verkaufte. Den Wein aus dieser Traubensorte stellte Gaspari unter dem Namen Fetească Regală bei der Nationalen Wein-und Obstausstellung in Bukarest im Jahr 1928 vor (Galet 2000). Zu dem Zeitpunkt wurden zwei morphologische Traubentypen der Sorte Fetească Regală gezeigt: ein Typ mit langen, goldgelben Kämmen und dünnschalige Weinbeeren; ein anderer mit flügelförmigen, gelb-grünen Kämmen und dickschaligen Weinbeeren (Dejeu 2004).

Generell wird behauptet, dass die Fetească Regala aus der natürlichen Kreuzung zwischen der Fetească Albă und der Grasă de Cotnari um das Jahr 1930 (Galet 2000; Târdea und Rotaru 2003) entstanden ist. Neuere Studien zeigen allerdings, dass die Sorten Fetească Regală und Fetească Albă sich zwar morphologisch und genetisch nahestehen (Bodea et al. 2009), doch die These wurde nach DNA-Tests widerlegt (Gheţea et al. 2010; Galbacs et al. 2009). Somit würde zwischen der Sorte Fetească Regală und anderen Rebsorten kein Verhältnis der Art  “Muttergewächs-Abkömmling” bestehen (Vouillamoz).

MERKMALE DER WEINREBE

            Fetească Regală ist eine lebhafte Rebe, mit mittelspäter Reifezeit. Die Kämme sind kompakt und gebildet aus dünnschaligen Weinbeeren. Die Pflanze ist anfällig für Schimmel und Dürre, widersteht dafür aber kalten Wintertemperaturen (-20°C/ -4°F) und sehr heißen Sommertemperaturen. Klon 21 BI der Fetească Regală bringt hohe Erträge und weist eine hohe Zuckerkonzentration der Frucht auf.

ANBAUGEBIET UND WEINGESCHMACK

            Fetească Regală ist die weitverbreiteste Sorte in Rumänien und wird auf 16.363 Hektar angebaut (nach der Statistik für 2008). Die Sorte ist Ausgangspunkt für aromatische, frische und trockene Weißweine, in der ein florales oder exotisch -fruchtiges Aroma überwiegt. Aus der Sorte Fetească Regală werden stille Weine oder Schaumweine gekeltert. Daraus werden darüber hinaus auch Weinbrände destilliert. Aufgrund der Tannine in der Fruchtschale eignen sich die Weine besser als die der Fetească Albă zur Reifung in Holzfässern. Zu den rumänischen Herstellern, die aus dieser Sorte hochwertige Qualitätsweine gewinnen, gehören Liliac, Balla Géza, Budureasca oder Crama Gîrboiu.

In der Republik Moldau hat es keine klare Unterscheidung zwischen der weniger bekannten  Fetească Regală und der sehr gut bekannten Fetească Albă gegeben. Die erstgenannte Sorte wird nicht einmal in der offiziellen Statistik geführt und wird  fast immer in einer Coupage mit Fetească Albă gekeltert, wobei das Endprodukt ganz einfach unter dem Namen Fetească angeboten wird.

In der Slowakei bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Missverständnis im Zusammenhang mit den Sorten Fetească Regală (391 Hektar) und Pesecka Leanka (516 Hektar; der Name stammt von der Region Pesek, wo sie traditionell angebaut wird). Sie galten anfänglich als zwei separate Sorten, doch Winzer gehen allmählich davon aus, dass es sich bei den Traubensorten um ein und dieselbe handelt, obwohl es im Moment keine DNA-Tests dazu gibt. Zu den dortigen Herstellern gehören Stiglic, Josef Yhnak, Josef Zalaba oder Hacaj, der die Sorte als Schaumwein keltert.

In der Ukraine registrierte die Statistik für das Jahr 2009 eine Fläche von 1.600 Hektar mit mehreren Arten der Fetească, ohne sie gesondert auszuweisen.

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