Fetească Albă

Fetească Albă (Weiße Mädchentraube) ist die zweithäufigst angebaute Sorte der Familie “Fetească” und ist für rumänische Weingebiete sogar noch wichtiger geworden als für die Weingebiete in der Moldau, wo die Herkunftsregion der Sorte liegt.

ANDERE BEZEICHNUNGEN

Dyewtschye Chrosno (Slowakei), Fetyaska Belyi (Russland, Ukraine), Fetișoară (Republik Moldau, Rumänien) Fetyaska Alba (Ukraine), Mädchentraube (Ungarn), Păsărească Albă (Republik Moldau, Rumänien), Poamă Fetei Albă (Republik Moldau), Văratic (Republik Moldau).

HERKUNFT

Fetească Albă ist eine alte Sorte, die aus der historischen Region der Moldau stammt (die sowohl das Gebiet der heutigen Republik Moldau, als auch die historische Provinz Moldau im Osten Rumänien umfassst), wo sie traditionell angebaut wurde. Die Sorte verbreitete sich auch nach Siebenbürgen und Ungarn.

Aus genetischer Perspektive steht die Fetească Albă den herkömmlichen moldauischen Sorten wie Grasă de Cotnari nahe. Nach Dejeu (2004) wurde die Sorte Fetească Albă aus der Sorte Fetească Neagră in der Region Moldau zwischen dem 3. und 13. Jahrhundert n.Chr. gewonnen (es ist unbekannt, ob die Gewinnung aus einem Klon oder einem Abkömmling erfolgte). Aktuelle Studien gehen davon aus, dass es zwei morphologisch und genetisch nahestehende Sorten sind (Bodea et. al 2009), selbst wenn die DNA-Profile der Fetească Albă und der Fetească Neagră (Ghetea et al. 2010) eine direkte Beziehung vom Typ “Muttergewächs-Abkömmling” (Vouillamoz) zu belegen scheinen. Die ungarische Sorte Leanyka wird als identisch mit der  Fetească Albă betrachtet (Galet 2000; Rohaly et al. 2003), doch nach einem Abgleich der DNA-Profile (Galbacs et al. 2009; Ghetea et al. 2010) erwies sich die Theorie als falsch (Vouillamoz).

 

ANDERE THEORIEN

Wie auch bei der Sorte Fetească Neagră ist vermutet worden, dass Fetească Albă eine von den Dakern ausgewählte und angebaute Sorte ist, die aus wilden Sorten abstammt, doch wurden bisher keine Belege dafür gefunden.

 

MERKMALE DER WEINREBE

Eine lebhafte Rebpflanze, mit frühem Austrieb. Die Trauben reifen um die Mitte der Saison. Die Traubenkämme sind klein und haben dünnschalige Weinbeeren. Die Pflanze ist anfällig für Mehltau, Schimmel, Pilze und Spinnen, hält aber niedrige Temperaturen aus (-20°C/-4°F).

ANBAUGEBIET UND WEINGESCHMACK

In der Republik Moldau wird die Fetească Albă auf einer Fläche von 4.334 Hektar in der Mitte und dem Süden des Landes angebaut. Gekeltert wird daraus ein Wein mit mittlerem Säuregehalt und einem floralen Aroma, mit Noten von Zytrusfrüchten, der auch zur Gewinnung von Schaumwein verwendet wird. Einer der für den Anbau dieser Sorte bekanntesten Produzenten ist Château Vartely.

In Rumänien hat die Fetească Albă einen viel höheren Stellenwert – in 2008 waren 10.529 Hektar mit dieser Sorte angebaut, also über 10% der gesamten Rebanbaufläche. Sie ist in Rumänien die zweithäufigst angebaute Sorte nach der Fetească Regală. Sie ist in den meisten einheimischen Weingebieten angesiedelt, doch am dichtesten sind die Weingebiete in der Landesmitte damit angebaut – in Siebenbürgen und im Osten, in der Region der Moldau. Stille Weine und Schaumweine werden als trocken oder halbtrocken gekeltert, doch gibt es auch Süßweine, entweder als Reinsorte, oder als Coupage mit Grasă de Cotnari oder anderen Traubenarten aus dem Nordosten Rumäniens. Der Stil, in dem die Fetească Albă verarbeitet wird, ist sehr vielseitig, doch die trockenen Weine sind komplexer als bei der Fetească Regală und fallen durch ihr Zytrusfruchtaroma sowie diskretem Pfirsich- oder Aprikosenaroma auf. Weine aus den Weingebieten im Süden Rumänien haben einen geringeren Säuregehalt.

Zu den Winzern, die Fetească Albă in Rumänien als Reinsorte keltern, gehören Casa de Vinuri Cotnari, Crama Gîrboiu, Davino, Domeniile Săhăteni oder SERVE.

Der Sorte Fetească Albă wird noch nachgesagt, in Ungarn angebaut zu werden. Das ist auf die unrichtige Meinung zurückzuführen, dass die Sorten Fetească Albă und Leanyka eigentlich ein und dieselbe Sorte sind. In der Ukraine registrierte die Statistik für 2009 rund 1.600 Hektar mit mehreren Arten Fetească, ohne sie gesondert auszuweisen.

 

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