Tămâioasă Românească

Tămâioasă Românească (Weihrauchtraube) ist eine der beliebtesten aromatischen autochthonen Weißsorten in Rumänien, aus der sowohl gute Dessertweine mit hohem Ausreifepotenzial sowie junge, frische Weine mit Noten von exotischen Früchten gekeltert werden.

 

ANDERE BEZEICHNUNGEN

Busuioacă Albă, Busuioacă de Moldova, Beala Tamianka, Belai Muscatnai, Muscat Belai, Muscat Blanc à Petit Grains, Muskateller, Sarga Muskotally Barzsing, Tămâioasă, Tămâioasă Albă de Drăgăşani.

TRAUBENSORTEN, DIE HÄUFIG MIT DER TĂMÂIOASA ROMÂNEASCĂ VERWECHSELT WERDEN: MUSCAT OTTONEL

HERKUNFT

Tămâioasa Românească schaut in Rumänien auf eine mehr als 2000 Jahre lange Tradition zurück. Vermutlich kam die Sorte über das antike Griechenland nach Rumänien, obwohl noch nicht sicher feststeht, welche die ursprüngliche Heimat der Rebsorte ist. Dennoch ist bekannt, dass die Rebsorte aus dem Süden Griechenlands stammt und Mitglied der „Muskat“-Familie ist. Die Muskat-Sorte ist eine der ältesten Rebsorten weltweit. Die Muskat-Weine waren während der Antike in allen Ländern des Mittelmeerraums hoch geschätzt. Darüber hinaus wurden zur damaligen Zeit sowohl die  Weine, die damals in Amphoren transportiert wurden, wie auch die Stecklinge, als Tauschwährung bei verschiedenen kaufmännischen Geschäften verwendet.

Dank der hohen Qualität der Sorte, aber auch infolge der Expansion des Römischen Reichs in Osteuropa, wurde die Sorte immer beliebter. Dort, wo sie die richtige Bodenbeschaffenheit fand, wurde die Sorte angebaut. Die daraus gekelterten Weine verwiesen im Handel immer auf ihre Herkunft. Diesbezüglich können die in Frankreich hergestellten Weine als Beispiel angeführt werden: Muscat de FrontignanMuscat de Lunel Blanc oder Muscat Blanc à Petit Grains. Auch in anderen Ländern wurde ähnlich vorgegangen – zum Beispiel  in Spanien (Moscatel Castellano), Portugal (Moscatel do Douro), Italien (Moscato Bianco) oder Deutschland (Muskateller GelberMuskateller Grüner).

Die Rebsorte kam nach Rumänien über die griechischen Siedler, durch den Handel, der in den Hafenstädten an der Donau und am Schwarzen Meer getrieben wurde. Diese erfuhren eine exponentielle Entwicklung unter Burebista, dem ersten König der Daker (82-44 v. Chr.). Aus der damaligen Zeit stammt auch die derzeitige Bezeichnung der Sorte. Sie wurde von dem lateinischen Begriff thymanea abgeleitet, der nichts Weiteres als Weihrauch (rum. “tămâie”) bedeutet. Der Begriff bezieht sich auf das Aroma der Sorte.

Die Sorte wurde erstmals im Weinbaugebiet Drăgăşani angebaut, wo sie sich dank der passenden Bodenbeschaffenheit gut entwickelte. Sie wurde im traditionellen Weinverschnitt von Drăgăşani vermischt, neben weiteren Sorten dakischer Herkunft, wie: CrâmpoşieBraghină und Gordan. Die Rebsorte „wanderte“ später auf das Weingut Dealu Mare aus. Dort wurde sie als Verschnitt mit den Sorten Gordin und Băşicata gekeltert. Auch im Weinbaugebiet Cotnari wurde die Sorte erfolgreich angebaut. Sie wurde im schon bewährten regionalen Verschnitt zusammen mit anderen Rebsorten wie FrâncuşăFetească Albă şi Grasă de Cotnari gekeltert.

Da die Sorte ebenfalls aus der Muskat-Familie stammt und eine besonders aromatische Pflanze ist, wird sie häufig mit dem Mukat Ottonel verwechselt. Ein Irrtum, wenn man bedenkt, dass der Muskat Ottonel erst kürzlich, im Jahr 1852, in der Ortschaft Angers, als Kreuzung zwischen dem Gutedel und einem Muscat de Samur vom Önologen Robert Moreau erhalten wurde.

Ihre langjährige Anwesenheit auf rumänischem Boden und die Widerstandsfähigkeit gegen der Reblaus (cca. 1860), gewähren der Tămâioasa Românească  das Recht zur Anerkennung als autochthone Rebsorte.

 

MERKMALE DER WEINREBE

Die Rebstöcke sind mittelmäßig widerstandsfähig. Die Weinbeeren reifen spät und zeichnen sich durch hohe Zuckeransammlungen an. Die Pflanze ist empfindlich gegen Frost (-18°C), Dürre, übermäßige Feuchtigkeit und Erkrankungen. Die Rebe ist begrenzt produktiv (5-8 t/ha). Sie ist in fast allen Weinbaugebieten Rumäniens vertreten.

 

ANBAUGEBIET UND WEINGESCHMACK

Tămâioasa Românească wird auf einer Fläche von etwa 1.000 Hektar angepflanzt, insbesondere in den Weinbaugebieten Drăgășani, Mehedinți, Ștefănești-Argeș, Dealu Mare, Pietroasele, Murfatlar und Cotnari. Die hohen Zuckeransammlungen in den Beeren begünstigen die Herstellung aromatischer Dessertweine mit hohem Ausreifepotenzial und unvergesslichen Noten von Honigwaben, Linden- und Akazienblüten, weißen Rosen, Basilikum und Weihrauch. Die Sorte wurde, überraschenderweise,  auch als Trockenwein in der jüngeren Geschichte gekeltert. Der erhaltene Wein überraschte durch einen zarten Körper, Frische und typische Aromen.  Zu den Weinherstellern, die die Sorte Tămâioasă Românească erfolgreich und mit hervorragenden Ergebnissen anbauen, zählen die Kellereien Crama OprişorAurelia Vişinescu WinesBudureasca şi Casa de Vinuri Cotnari.